17. September 2026

Neuer Vorstand, alte Werte, frischer Wind

«Spot on» hiess es am Donnerstagabend beim Meet & Greet der Fas­nachtsvereinigung Chur. Im Scheinwerferlicht standen neben dem neuen Vorstand bei seinem ersten öffentlichen Auftritt auch seine Visi­onen, Ideen und konkrete Projekte. Mit neuem Logo und eigenem Soundtrack hat die Churer Fasnacht bereits jetzt ein Stück mehr Identi­tät gewonnen.

Während in den Bündner Wäldern die Jagd läuft, jagt in der Churer Event Location «Fabrik» der Narr auf dem Steinbock durch die geladenen Gäste. Zumindest auf dem neuen Logo der Fasnachtsvereinigung. Der Event war keine reine Vorstellungsrunde, sondern zeigte den anwesenden Vertretern der Kliggen und Guggen erstmals, wie sich ihre Fasnacht verändern wird. Relevant und daher interessant auch für die städtischen Behörden sowie Partner und Unterstützer, darunter auch Stadtpräsident Hans Martin Meuli.

Bunt und Laut soll sie werden, die Churer Fasnacht. So wie wir sie aus un­serer Kindheit in Erinnerung haben. So lässt sich die Vision des Vorstands in einem Satz zusammenfassen. Dieser ist Anfang Mai mit einem Strategie Weekend in die praktische Arbeit gestartet. Präsident Durisch fasst das Re­sultat dieser Tage in drei Worten zusammen: «Wir packen an.» Leitbild und Strategiepapier gebe es selbstverständlich, aber das Wichtigste stecke eben doch in diesen drei Wörtern. «Was funktioniert und Spass macht, bleibt bestehen. Wo Probleme bekannt sind, wird hingeschaut. Und wo Po­tenzial besteht, werden Ideen geprüft», ergänzt der Kommunikations-verantwortliche Alex Tobisch.

Organisatorisch gibt es am Haupt-Event, dem grossen Umzug am Samstag­nachmittag, konkrete Änderungen, die bereits umgesetzt werden. Pro­grammtechnisch steht vor Allem der Freitagabend im Fokus. Ein neuer Event wird die alte Tradition «Einschiessen durch die Cannoniers de Carne­val» aufleben lassen und mit einer einzigartigen Komponente ergänzen. «Khurer Knall» wird dieses Spektakel heissen und soll der Fasnacht in den Churer Gassen noch mehr Atmosphäre einhauchen. «Das wird unfassbar gut», freut sich Patric Meier, Leiter Ressort Events. «Wir arbeiten zum Beispiel daran, endlich ein Festzelt auf mind. einem Platz in der Altstadt aufstellen und betreiben zu können. Ausserdem bringt ein ver­bindlicher Auftrittsplan für Guggenmusiken am Freitag- und Dienstag­abend mehr System und Leichtigkeit in die Gassen.» Lange Wartezeiten ohne Unterhaltung sollten so verringert und die Attraktivität durch mehr Aktivität erhöht werden, ist Jan Hänggi, Infra-, Tech- und Feel Good- Mana­ger, überzeugt.

Dass auch in der Kommunikation frischer Wind weht, zeigt nicht nur das Logo und die neugestaltete Webseite, sondern auch die Digitalisierung des Anmelde-Prozesses. Zukünftig soll der Austausch mit Vereinen, Klig­gen und Guggenmusiken über ein internes Portal laufen, sodass alle Teil­nehmer die für Sie relevanten Informationen abrufen können. «Ein neuer Auftritt ist noch nicht alles. Wir müssen damit auch auftreten», sagt Alex Tobisch und meint damit, dass Kanäle wie Instagram oder die Webseite nun aktiver bespielt und verwaltet werden. «Die Churer Fasnachtscom­munity bekommt eine Basis.»

Was noch mehr sagt und definitiv länger im Gedächtnis bleibt als ein Logo oder ein Konzept, ist Musik. «Khurer Knall» ist nicht nur ein neuer Event an der Churer Fasnacht, sondern auch der Name des neuen offiziellen Fasnachts­songs – und dieser hat es in sich. «Es war anfangs wirklich nur eine Schnapsidee», gibt der Präsident und Co-Produzent des Songs Sandro Durisch zu. Der Vorstand habe aber so positiv reagiert, dass die Idee vom eigenen Soundtrack fix im Kon­zept verankert wurde. Als Stimmungsmacher und als weiteres Identitätsmerkmal der Churer Fasnacht.

Aktuarin Alessandra Castella und Präsident Durisch schaf­fend es mit ihrem Lied in kürzester Zeit Fasnachts-Stimmung zu erzeugen. Die Melodie bleibt, der Bass treibt und die Hooks ziehen da, wo Musiktheorie auf Wahrnehmungspsychologie trifft. Kurz: Ohrwurm. Gleichzeitig trägt der Song et­was von dem nach aussen, was die Fasnacht in Chur ausmacht: Gemeinschaft, Freundschaft und dieses besondere Gefühl, wenn die Bündner Hauptstadt für ein paar Tage ihren Rhythmus ändert.

All diese Neuerungen, Änderungen, Projekte, Ideen und Visionen gingen ver­ständlicherweise nicht spurlos an den Vereinsvertretern vorbei. Vieles wurde wohl­wollend aufgenommen, einiges stand zur Diskussion. Im Gros jedoch überzeugt die vom neuen Vorstand eingeschlagene Richtung.

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